Tennisclub TTC Verl feiert sein 50-jähriges Jubiläum

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Wer in Verl Tennis spielen möchte, der ist beim TTC Verl richtig. Der Club blickt inzwischen auf eine 50-jährige Vereinsgeschichte zurück.

Verl (matt) - Am Dienstag vor genau 50 Jahren ist der Turnier Tennis Club (TTC) Verl gegründet worden: Am 22. März 1972 hoben 45 Verler den zweiten Tennisverein in der damaligen Gemeinde aus der Taufe. Heute zählt der Verein rund 280 Mitglieder. Seine Wurzeln verraten noch heute die Vereinsfarben.
 

Denn der TTC Verl ist als Abteilung aus dem TV Verl hervorgegangen. Winfried Marquart steht als erster Gründungsvorsitzender im Vereinsregister. Weitere Gründungsmitglieder sind Wilhelm Schnusenberg, Helmut Held, Paul Kuhn, Wilhelm Werneke, Reinhold Henkenjohann und Hermann Feuerborn. 50 Jahre später ist Burkhard Kuhn, Sohn des Mitgründers, Vorsitzender. Der Verler Unternehmer ist auf der Anlage an der Blauen Grotte, wie es lange Zeit hieß, quasi groß geworden. 300 Meter Luftlinie lagen zwischen Tennisplatz und seinem früheren Kinderzimmer. Kein Wunder also, das ihm der TTC eine Herzensangelegenheit ist. 
 

Geburtstag mit ein paar Sorgenfalten

Die Freude auf die Jubiläumssaison ist dem passionierten Tennisspieler anzumerken. Dennoch ist die Gefühlslage des Vorsitzenden gemischt. Am 9. April soll die Saison mit der Jahreshauptversammlung in Präsenz starten. „Wir werden über die Zukunft des Vereins reden müssen.“ Kuhn schließt nicht aus, dass das 50. auch das letzte Jubiläum des Vereins sein könnte. 

Ungewiss ist die Zukunft, weil derzeit noch unsicher ist, ober der Pachtvertrag für die Anlage verlängert wird. Hinter dem Standort an der Gütersloher Straße steht ein Fragezeichen. Die Besitzer würden bei einem passenden Angebot das Gelände wohl gern verkaufen. „Das macht uns die mittel- und langfristige Planung unmöglich“, sagt Burkhard Kuhn im Gespräch. Er würde den Mitgliedern lieber eine genauere Perspektive aufzeigen. 
 

Durch Seniorenmeisterschaften einen Namen gemacht 

Denn die Entwicklung des Vereins ist insgesamt sehr erfreulich. So legte der Verein in den vergangenen Jahren an Mitgliedern zu. Durch die reibungslose Organisation der Seniorenmeisterschaften auf Bezirksebene in den zurückliegenden drei Jahren erwarb sich der Verein in Ostwestfalen-Lippe nicht nur ein enormes Renommee, sondern wird seinem Slogan als einer der sympathischsten Tennisvereine in Ostwestfalen-Lippe durchaus gerecht. 
 

Auch im Jubiläumsjahr ist der TTC Verl Gastgeber, aber erstmals zusammen mit dem TC Kaunitz zusammen. „50 Jahre TTC Verl sind vor allem ein Grund zum Feiern“, findet Kuhn. Am 20. August will der Verein seine eigentliche Geburtstagsparty gebührend feiern.
 

Im Sommer wird auf acht Außenplätzen gespielt

Auf acht Außenplätzen wird im Sommer gespielt. Angefangen hat der Club an der Gütersloher Straße mit zwei Ascheplätzen. Die beiden Hartplätze des Turnvereins übernahm der TTC. Das erste Clubhaus ist heute ein rot gestrichenes Nebengebäude, in dem damals zwei Umkleiden mit Duschen und ein Aufenthaltsraum untergebracht waren. „Den alten Eingang kann man noch erahnen“, sagt Kuhn und nimmt auf der alten Terrasse Platz. Für die Entwicklung des Vereins ein wichtiger Name ist der mittlerweile verstorbene Helmut Held. Er war „als großzügiger Förderer des Tennissports in Verl bekannt, stellte auf seiner Besitzung an der Blauen Grotte Gelände für zwei Ascheplätze zur Verfügung“, wie es in einem Zeitungsartikel auf früheren Zeiten heißt. Bereits 1974 hatte sich die Mitgliederzahl auf 90 verdoppelt und es gab eine Jugendabteilung. Es wurde eng auf der kleinen Anlage. Zwei weitere Plätze wurden 1975 gebaut, der private Hartplatz 1978 in einen Ascheplatz für den Verein umgewandelt. Kurz darauf wurde das heutige Clubhaus eingeweiht, nur vier Monate später die Zweifach-Tennishalle. Sie machte die alte Winterüberdachung, die gern unter Schneelast zusammenbrach, überflüssig.

Sportlich gut aufgestellt

Heute ein Nebengebäude, früher das erste Vereinsheim des TTC Verl.Die Zahl der Mitglieder stieg weiter – auf rund 400, davon 150 Jugendliche. Entsprechend wurde auch die Anlage erweitert. 1980 wurden noch zwei Plätze gebaut, drei weitere waren in Planung. Damit war der Verein für den Becker-Boom gerüstet. „In der Spitze waren es 500 Mitglieder“, berichtet Kuhn, der auch das Abflauen des Tennisbooms mitmachte. Die zwei Courts hinter der Halle gab der Verein auf. Heute sind dort Parkplätze für Arvato. 
 

Sportliches Aushängeschild war über Jahre die Damenmannschaft, die auf OWL-Liga-Niveau spielt. Die ersten Einzel-Clubmeister waren 1972 Vera Wischke und Hermann Feuerborn, der mit Willi Werneke auch das Doppel gewann. Hans-Georg Ameling, noch immer als Vereinstrainer aktiv, und Elly Weitzenbürger gewannen im Mixed. Elly Weitzenbürger stand mit weit mehr als 90 Jahren noch auf dem Platz und spielte Doppel. Mit Partnerin Vera Wischke war sie bis 1977 ungeschlagene Vereinsmeisterin. Im kommenden Sommer gehen 22 Mannschaften an den Start, davon 9 im Juniorinnenbereich.

Text & Fotos: Marcus Tschackert (TTC Mitglied & Redakteur)